Aktion Selbstbesteuerung e.V.

     Friede durch gerechte Entwicklungspolitik 




Kampagne zum Goldabbau in Cajamarca, Peru.

(asb-Zuschuß: DM 3.000,-)

Bei diesem Projekt geht es darum, sowohl in der peruanischen als auch deutschen Öffentlichkeit auf die Gefahren hinzuweisen, die für Mensch und Umwelt durch den Goldabbau in Cajamarca im Norden Perus bestehen. Us-amerikanische, französische und peruanische Firmen arbeiten dort mit Unterstützung der Weltbank und der Deutschen Entwicklungsgesellschaft. Die Stutt­gar­ter Fir­ma Züblin liefert Erdbewegungsmaschinen an die Mine. Da der peruanische Staat stark an Devisen interessiert ist, wurden zugunsten der Mine die vorher dort ansässigen Indios gegen eine Entschädigung von 60 DM pro Hektar enteignet

Um die Dimensionen der Arbeiten zu verstehen und das Gefahrenpotential etwas einschätzen zu können, hier kurz einige Details zur Produktion:

Es wird eine ca. 10 Hektar große Mulde (etwa 10 Fußballfelder) ausgehoben und mit einer Kunststoff-Folie zur Absicherung des Grundwassers ausgelegt, darüber eine Textilfolie und Sand als Drainage. Darauf wird das abgebaute goldhaltige Gestein gekippt und mit Zyanidlauge berieselt. Diese löst das Gold heraus. Pro Jahr werden so ca. 8 Tonnen Gold produziert, wozu Erdbewegungen von ca. 7 Mio. t. Gestein nötig sind. Pro Tonne Gestein wird 0,5 kg Natrium-Zyanid benötigt. Gelangt Natrium-Zyanid ins Wasser, sind bereits Konzentrationen von 0,1 mg pro Liter Wasser tödlich für Forellen.

Im März 2001 protestierten 6000 Menschen aus dem Gebiet um Cajamarca gegen die Vergiftung des Flusses Llanauco und der Seen der Hochebene, nachdem es zu einem Fischsterben gekommen war.

Durch einen LKW-Unfall auf der Straße von Cajamarca zur Küste kam ans Licht, dass im Gegensatz zu den offiziellen Angaben in der Mine Yanacocha auch Quecksilber gewonnen wird. Bei dem Unfall gelangte Quecksilber in den Bach und in dem Dorf Choropampa kam es zu zahlreichen Erkrankungen.

Im LKW-Transport hochgiftiger Chemikalien wie Quecksilber oder Zyanid auf den kurvenreichen und abschüssigen Straßen der Anden sehen die AnwohnerInnen also nicht zu Unrecht eine erhebliche Gefahrenquelle.

Für die Öffentlichkeitsarbeit in Peru wurde eine Darstellung der Problematik in Spanisch erstellt. Der Präsident des Zusammenschlusses der Nichtregierungsorganisationen in Cajamarca, Abel Diaz, berichtete im Oktober 2000 auf einer Fachtagung in Berlin zum Thema „Zyanidgoldgewinnung im Widerspruch zu einer zukunftsfähigen Entwicklung. Die Rolle der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft“ und einer anschließenden Deutschlandrundreise über die Problematik.

Im Mai 2001 erscheint die Broschüre der Peru-Informationsstelle zum Goldabbau in Peru, die auch über die .g. Unfälle und Protestaktionen berichtet.

Reinhard Beeker

 

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