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Aktion Selbstbesteuerung e.V.Friede durch gerechte Entwicklungspolitik |
(asb-Zuschuss: 5.000.- DM)
Die Frauenbewegung „Mélida Anaya Montes“ (MAM) wurde von Frauen gegründet, ursprünglich aus den Gewerkschaften kamen. Dort mussten sie aber feststellen, dass die Gewerkschaftsführer frauenspezifische Probleme einfach ignorierten, nicht wahrnahmen oder lächerlich machten. So kam es zur Gründung eigener Frauenzentren für die Arbeiterinnen in den „Weltmarktfabriken“ (Maquilas). Die Aktion Selbstbesteuerung suchte den Kontakt zum MAM (wie auch zum ähnlich arbeitenden MEC in Nicaragua) im Zusammenhang mit der entwicklungspolitischen Kampagne für „Saubere Kleidung“, also für Kleidung, die nicht unter sklavenarbeitsähnlichen Bedingungen hergestellt wird.
Schwerpunkt der Arbeit dieser Frauenrechtsgruppen ist es, das Selbstbewusstsein der Maquilaarbeiterinnen zu stärken und ihnen die notwendigen Informationen zu geben, damit sie auf ihrer Menschen würde und auf den ihnen zustehenden Rechten bestehen können. Diese Arbeit stößt allerdings auf „natürliche“ Grenzen.
Denn:Gruppen wie MAM und MEC leben ausschließlich von der Unterstützung durch die internationale Solidarität. Die Möglichkeiten des Engagements hängen damit von vielen Zufälligkeiten ab, auf die die Akteurinnen selbst keinen Einfluss nehmen können.
Die Maquila-Arbeit ist der am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig in Ländern wie Nicaragua und El Salvador. Er unterliegt aber einer großen Fluktuation, da nur junge Menschen, (in erster Linie Frauen zwischen 18 und 25 Jahren) beschäftigt werden. Danach sind sie meist gesundheitlich und körperlich nicht mehr in der Lage, die geforderte Arbeitsleistung zu erbringen.
Es kommt deshalb darauf an, immer neu Promotorinnen zu schulen und ihnen dafür das notwendige Material in die Hand zu geben.
Am Zahltag warten Fliegende Händlerinnen in der "Zona franca" in Manuagua/ Nicaragua auf die Maquila-Arbeiterinnen
Die Aktion Selbstbesteuerung half im Jahr 2000 dem MAM bei der Finanzierung von 12 Workshops zur „Capacitación“ (Befähigung) von jeweils 20 Frauen. Für sie entstanden Verpflegungskosten, Reisekosten und Kosten für didaktisches Material. Außerdem erhielten sie ein neu erarbeitetes Handbuch, das darüber informiert, wie man bei der Durchsetzung von Arbeitsrechten vorgehen kann. für ein ähnliches Handbuch und entsprechende "Capacitaciones" hatten wir 1999 auch für das MEC (Moviemiento de Mujeres Elena Cuatra) in Nicaragua einen Zuschuss (von 4.000.- DM) gegeben.
Die finanzielle Eigenbeteiligung der Frauen kann dabei nur minimal sein, da man von einem Monatslohn von 700.- Col. (ca. 175.- DM) in ländlichen Regionen und 1.200.- Col. (ca. 300.- DM in den urbanen Zonen auch in einem so armen Land wie El Salvador kaum überleben, geschweige denn Kurskosten tragen kann.