Aktion Selbstbesteuerung e.V.

     Friede durch gerechte Entwicklungspolitik 



Gegen die Patentierung von Leben:

Wir wollen keine „Bio-Piraterie"

(Unterstützung der BUKO-Kampagne gegen "Biopiraterie")

Unter „Biopiraterie“ versteht man – grob gesagt – den Versuch, Bausteine des Lebens zu Privateigentum und damit zur Handelsware zu machen. Während dies lange Zeit einfach ungeregelt lief, gibt es dazu jetzt zwei internationale Vertragswerke: Die UN-Konvention zum Schutz der Bio-Diversität (CBD) und das WTO Untervertragswerk TRIPS (Trade Related Aspects of Intellectuel Property Rights).

Ziel der CBD ist es dabei, den bisher üblichen „Raub“ genetischen Guts des Südens durch die Konzerne des Nordens einzugrenzen und Gewinnbeteiligungen für die ursprünglichen Eigentümer (oder wenigstens deren Regierungen) zu regeln, das TRIPS dagegen will genau umgekehrt die möglichst ungehinderte Aneignung aller Bausteine des Lebens durch internationale Patente für die großen Konzerne zu sichern.

kind_mit_echse Um die gefährlichen Folgen der Biopiraterie nicht nur in ihren illegalen, sondern auch in ihren erlaubten Formen für uns selbst und besonders für die Menschen in der sog. „Dritten Welt“ stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, wurde im Frühjahr 2002 im Rahmen der BUKO („Bundeskoordination Internationalismus“) eine „Kampagne gegen Biopiraterie“ gegründet. Durch die regelmäßige Herausgabe von Informationszeitungen („Kaperbriefe“), Infostände, Aktionen auf dem Ökumenischen Kirchentag und Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im Süden will diese Kampagne die Diskussion über den Schutz der genetischen Vielfalt verstärken und den notwendigen Widerstand mobilisieren.

Denn im Bereich ,Biologische Vielfalt' geht es nicht nur um deren Vernichtung durch die Abholzung von Regenwäldern oder infolge landwirtschaftlicher Monokulturen. Hier entsteht vielmehr in wichtigen Bereichen wie Ernährung und Medizin eine „neue Art genetischen Kolonialismus".

Auch im eigenen Land wirkt sich die Biopiraterie aus. Mit dem Argument, sie hätten mit ihren patentierten Zuchtsorten eine dauerhafte Leistung erbracht, die nicht mit dem einmaligen Bezahlen von Saatgut abgegolten sei, erhalten die Saatgutkonzerne seit 1997 in Deutschland „Nachbaugebühren“ von Bauern, die einen Teil ihrer Ernte wieder aussäen.

Schlimmer als die deutschen Bauern, die nur etwa 50 % Nachbaurate haben, treffen solche Bestimmungen die Bauern in den armen Länder, wo die Nachbaurate zwischen 90 und 100 % liegt. Für viele von ihnen können die Forderungen der Saatgutkonzerne das wirtschaftliche Aus bedeuten, so dass sie ihre kleinen Höfe aufgeben und mit ihren Familien in die Slums der großen Städte abwandern müssen.

Die Aktion Selbstbesteuerung unterstützt die Arbeit der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie im Jahr 2003 mit 1.800,- €.

Außerdem haben wir im Jahr 2002 die Indianerorganisation „Compitch“ in Chiapas/ Mexiko bei der Verteidigung ihrer genetischen Ressourcen mit 1.750,- € unterstützt. Gerade der Süden Mexikos gilt als eine der Gegenden mit der größten Artenvielfalt weltweit, die sichnicht zuletzt der jahrhundertelangen Kultivierung durch die dortigen Indianer verdankt. Deshalb war es uns besonders wichtig, die Menschen dort bei der Verteidigung ihrer Rechte zu unterstützen.


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