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Aktion Selbstbesteuerung e.V.Friede durch gerechte Entwicklungspolitik |
Das
Kürzel GATS steht für „General Agreement on Trade on Services“,
also für „Allgemeines Abkommen für den Handel mit Dienstleistungen“.
Das klingt harmlos und so, als wäre es weit weg vom Alltag der Normalbürger
und interessant nur für Menschen, die mit Handel und Dienstleistungen
(was immer das sein mag) zu tun haben.
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Doch
das ist ein großer Irrtum. Denn das im Rahmen der WTO (dem großen
Rahmenvertragswerk für den Welthandel) bereits 1995 beschlossene GATS-Abkommen
zielt darauf ab, alles, was die Menschen zur Daseinsvorsorge benötigen,
zu privatisieren und damit den Gewinninteressen der Investoren zu unterwerfen.
Dienstleistung
heißt dabei z.B. Bildung, Gesundheit, Information, Straßen,
Verkehr, Trinkwasser u.v.a.m. Die Folgen dieser Politik kann man schon
jetzt in den USA und in Großbritannien erkennen: Qualifizierte Bildung
gibt es nur noch für die, deren Eltern sie bezahlen können, bei
der Gesundheitsfürsorge sind wirtschaftliche Gesichtpunkte wichtiger
als medizinische, Strom- und Trinkwasser- Versorgung werden immer teurer
und immer schlechter. Gebühren
für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten oder staatliche Filmförderung
oder können als nicht GATS-gerecht angegriffen und durch das WTO-Schiedsgericht
verboten werden, weil durch sie die Wettbewerbsgleichheit nicht für
alle "Marktteilnehmer" in gleicher Weise gegeben ist.
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Noch schlimmer kann es für die armen Länder aussehen. In Cochambamba (Bolivien) verkaufte die Stadt zur Haushaltssanierung die Trinkwasserversorgung an eine Briefkastenfirma in den Niederlanden, die einer US-Bank gehört. Der Trinkwasserpreis wurde doppelt so hoch. Es kam zu massiven Prostesten mit Toten, die Privatisierung wurde rückgängig gemacht. Zwischen den Niederlanden und Bolivien gibt es aber bereits jetzt ein „Investitionsschutzabkommen“ (wie es durch GATS allgemein werden soll.) Deshalb verklagt jetzt die „niederländische“ Firma die bolivianische Regierung auf Schadensersatz für die entgangenen Gewinne der nächsten 10 Jahre.
Verhandelt werden die GATS-Bestimmungen auf Bürokratenebene unter Beratung von Industrievertretern. Die nationalen Parlamente können hinterher dem viele Zehntausend Seiten umfassenden Vertragswerk nur noch pauschal zustimmen – oder ihr Land ins handelpolitische Abseits führen.
Um den Widerstand gegen GATS zu verstärken haben wir u.a. unterstützt: