|
Aktion Selbstbesteuerung e.V.Friede durch gerechte Entwicklungspolitik |
Bei der Diskussion um Geldwäsche, Steuerhinterziehung oder andere illegale Finanzaktionen fällt oft der Begriff „Off-Shore-Zentren.“ Der Begriff „Off-Shore“ suggeriert, dass es sich dabei um geographische Regionen handelt, die irgendwo weit weg von Europa und den anderen großen Wirtschaftsmächten liegen. Die untenstehende Karte aus dem Heft „spekulieren-regulieren“ von WEED zeigt jedoch, dass dies keineswegs der Fall ist. Nicht nur Monaco, Liechtenstein, Luxemburg oder die Schweiz, sondern sogar Irlands Hauptstadt Dublin oder britisch regierte Regionen wie die Kanalinseln oder Gibraltar gehören dazu.
Off-Shore heißt ganz einfach, dass es dort keine oder nur sehr geringfügige Formen von Finanz- und Bankenaufsicht gibt und keine oder nur minimale Steuern erhoben werden. So gilt z.B. in Liechtenstein für ausländische Firmen (die praktisch alle nur Briefkastenfirmen sind) eine pauschale Steuer von 1.000 Schweizer Franken. Außerdem gilt für alle Off-Shore-Zentren die Garantie, das Bankgeheimnis um jeden Preis zu wahren. Deshalb führt z.B. der Zwergstaat Monaco mit nur 30.000 Einwohnern 340.000 Konten, darunter allein 6.000, die Briefkastenfirmen gehören. Außer einer Registrierungsgebühr von rund 4.500.- DM kostet die Gründung einer solchen Firma nichts. Es gibt in Monaco weder Vermögens-, noch Einkommens- oder Erbschaftssteuer.
Da auch Banken und andere institutionelle Anleger zum Kundenkreis der Off-Shore-Zentren gehören, werden dort riesige Geldmengen zwischengelagert. Der IWF schätzt das Gesamtanlagevolumen in diesen Zentren auf etwa 6 Billionen US-Dollar.
- e.st. -
Quelle: spekulieren regulieren, Kapital
braucht Kontrolle, ISBN: 3-9806757-1-8,
beziehbar bei Kairos Europa, Hegenichstr. 22, 69124 Heidelberg (Kairoshd@aol.com)
und bei Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung (WEED), Bertha-von-Suttner-Platz 13, 53111 Bonn (weed@weedbonn.org)