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Aktion Selbstbesteuerung e.V.Friede durch gerechte Entwicklungspolitik |
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Investitionen sind per se weder gut noch schlecht. Sie können für menschliche Entwicklung fruchtbar gemacht werden oder sozial, ökologisch und ökonomisch destruktiv sein. Worauf es ankommt, ist, wie sie reguliert werden.
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Stoßrichtung ist Investorenschutz und Deregulierung. Investitionen werden per se als heilbringend angesehen, auch wenn sie nicht reguliert werden. Im Gegenteil, Regulierungen würden Investoren nur verschrecken; hingegen würden sie "sichere" Bedingungen in Scharen anlocken. Das WTO-Abkommen (nach Vorstellung der EU) hat folgende Eckpunkte:
Ziel ist die Regulierung von Investitionen, um sie für eine ökonomische, soziale und ökologisch verträgliche Entwicklung fruchtbar zu machen. Es könnte folgende Eckpunkte umfassen:
Investitionsströme sind heute extrem ungleich verteilt. Der Löwenanteil fließt in eine Handvoll Schwellenländer. Die ärmsten Länder kriegen fast nichts ab, ganz Afrika nur 2,3 %, des globalen Kuchens. Daran würde auch der beste Investorenschutz nichts ändern, weil dieser nicht der Hauptfaktor für Standortentscheidungen ist, sondern Marktgröße, Infrastruktur, ökonomische Stabilität. Andersrum würden Regulierungen daher nicht Investoren vertreiben, weil sie eben nicht die bestimmenden Kriterien sind. Das sagt die Weltbank.
Ein globales Investitionsabkommen im Sinne des Standortschutzes wäre ein globalisierungspolitisches Husarenstück, ein ganz großer Wurf!
Der alternative Ansatz von ATTAC:
Das Standortschutzabkommen
Die Produktionskosten für multinationale Konzerne in Billiglohnländern sind so gering, dass sie selbst bei einer Verdopplung oder Verdreifachung durch verantwortungsbewusstes Investieren weiter rentabel wären. Ein Beispiel: Eine Barbie-Puppe kostet in der EU 8 Euro. Die gesamten Produktionskosten in China betragen 35 Cent (inklusive Lohnkosten und Gewinn für die Fabrik). Würden sich die Produktionskosten verdreifachen, würde die Barbie-Puppe, statt 8 Euro 8,70 Euro kosten, nicht einmal um 10% mehr.
Würden ausländische Direktinvestitionen nicht reguliert, würde das globale Steuer-, Sozial- und Umweltdumping munter weitergehen. Konzerne müssten keine verbindlichen Regeln einhalten und könnten versuchen, um den Gewinn zu maximieren, ihre Kosten zu minimieren:
Mehr ADI durch MAI? - Weniger ADI durch Standortschutz?
Conclusio
Investoren wären nach wie vor willkommen, nur müssten sie sich wohl verhalten, und das nicht freiwillig, sondern verbindlich. Ihre Investitionen würden Entwicklung auslösen und nicht (ausbeuterischen) Enklavencharakter haben wie in Sonderwirtschaftszonen.)
Anders als im MIA oder bei CSR würde Wettbewerbsgleichheit herrschen zwischen den Konzernen. (Beim MIA ist Diskriminierung der lokalen Unternehmen erlaubt; bei CSR sind die Pioniere die Dummen.)
Alle heutigen Industrieländer, egal ob Großbritannien, die USA, Frankreich, Deutschland, Japan, Korea oder Taiwan, haben ausländische Direktinvestitionen reguliert, die USA z. B. ganz massiv auf Bundes- und Staatenebene. Das reichte sogar soweit, dass ausländische Firmen in manchen Staaten höhere Steuern zahlen mussten als einheimische, keinerlei Rechtsschutz genossen oder sogar durch ein vollkommenes Ansiedlungsverbot ausgesperrt wurden (z. B. Banken in New York). S. Ha-Joon Chang (Cambridge-Ökonom): "Pulling away the ladder - Development Strategy in Historical Perspective", Anthem Press 2002.