Zur Eigendynamik unseres Wirtschaftssystems gehört, dass aus
angelegtem Kapitalvermögen ständig zusätzliches Kapital entsteht.
Da dieser Kapitalzuwachs in der Regel höher ist als das allgemeine Wachstum
der Volkswirtschaft, führt dieser Mechanismus dazu, dass sich ein immer
größerer Anteil des gemeinsam erwirtschafteten Reichtums in immer
weniger Händen ansammelt, wenn dieser Umverteilungsprozess nicht durch
eine entschlossene Besteuerung großer Vermögen verhindert wird.
Nach den Berechnungen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) von
1998 besaß in diesem Jahr das reichste Zehntel aller deutschen Haushalte
schon 42,3 % des in unserem Land vorhandenen Privatvermögens, während
das ärmste Zehntel nur - 0,4 % davon besaß, also mehr Schulden
als Guthaben hatte.[ 1 ]
Wenn aber ein immer größerer Anteil des Volksvermögens
sich bei den Reichen und Superreichen ansammelt, muss dies zwangsläufig
zu einer immer größeren Verarmung der öffentlichen Kassen
und in der Folge davon auch der ärmeren Bevölkerungsschichten führen.
Deshalb kommt, wer wirksam die Armut (bei uns im Land und in der Welt insgesamt)
bekämpfen will, nicht darum herum, nach der dafür notwenigen Voraussetzung,
nämlich nach der Bekämpfung des Reichtums zu fragen.
Seit Herbst 2003 beschäftigt sich die asb deshalb mit einem "Programm
zur Bekämpfung des Reichtums".
Die jeweils aktuellsten Informationen finden Sie hier
Die nächste Tagung findet vom 02.-04. März 2007 in Würzbug statt. Klicken sie hier zu weiteren Informationen
______________________________________________
[ 1 ] nach
"Reichtum und Armut als Herausforderung kirchlichen Handelns", Heidelberg
2002, ISBN 3-925910-04-2, Seite 37