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Aktion Selbstbesteuerung e.V.Friede durch gerechte Entwicklungspolitik |
Seit 1969 gibt es die Aktion Selbstbesteuerung. Unser Ziel ist es, für die Opfer der gegenwärtigen Weltwirtschaftsordnung einzutreten. Wir wollen, daß auch die Menschen in den armen Ländern ein menschenwürdiges Leben führen können, in Freiheit, Souveränität und unter zumutbaren wirtschaftlichen Lebensbedingungen. Deshalb verpflichten wir uns, einen Teil unseres Einkommens als freiwillige "Steuer" für entwicklungspolitische Arbeit zu geben. Die Richtgröße ist 2 - 3 % des Nettoeinkommens.
Machen das nicht auch andere?
Zugegeben: Wir sind nicht die ersten und nicht die einzigen, die sich für mehr Gerechtigkeit in der Einen Welt einsetzen. Es gibt bekanntere und größere Organisationen als uns. Trotzdem halten wir unseren Ansatz für unentbehrlich. Denn:
Steuern sind keine Spenden.
Wichtig ist uns die Verbindlichkeit unserer Abgabe. Deshalb reden wir von "Steuern" und nicht von Spenden. Es geht um einen Beitrag zum internationalen Lastenausgleich und um eine kleine Entschädigung für die "Entwicklungshilfe", die die armen Länder seit Jahrhunderten für die Reichen leisten müssen. Unser Anliegen ist Gerechtigkeit, nicht das Verteilen von Spenden und Almosen. Aber:
Wir entscheiden über die Vergabe unserer "Steuern" selbst.
Natürlich ist es einfacher und "sicherer",
Spenden an große Organisationen zu überweisen und sich darauf
zu verlassen, daß es die "Fachleute dort" schon richtig machen werden.
Bei uns entscheidet die Mitgliederversammlung über jeden Euro,
die wir ausgeben. Denn nur so können wir es lernen, Ursachen und Zusammenhänge
zu verstehen und unsere geringen Mittel so effektiv wie nur möglich
einzusetzen. Wir unterstützen deshalb seit langem nicht nur "Hilfe zur Selbsthilfe" im Ausland, sondern in gleichem Umfang auch Aktionen im Inland, die über die Ursachen der Armut informieren und ein neues Denken in den reichen Ländern anstreben.
Zusammenarbeit ist uns wichtig
Allein können wir wenig erreichen. Deshalb
arbeiten wir eng mit anderen Gruppen zusammen. Wir sind seit deren Gründung
Mitglied der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) und des globalisierungskritischen
Netzwerks attac. Auch bei der Kampagne "erlassjahr.de", die sich für
einen wirklichen Schuldenerlass
für die armen Länder einsetzt, sind wir Mitträger. Und weil wir wissen, dass viele unterschiedliche Engagements nötig sind, um die notwendigen Veränderungen durchzusetzen, akzeptieren wir selbstverständlich auch, wenn sich jemand zwar im vorgeschlagenen Umfang selbst "besteuert" und deshalb Mitglied der Aktion Selbstbesteuerung sein will, aber wegen anderer Verpflichtungen nur einen Teil des Betrags an unser Vereinskonto überweist. Wir freuen und über jede und jeden, die basisdemokratisch mitbestimmen wollen, verstehen aber auch, wenn jemand dieses zusätzliche Engagement nicht aufbringen kann.