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    Aktion Selbstbesteuerung e.V.

    Friede durch gerechte Entwicklungspolitik 

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Letzte Änderung: 20.09.2016               

    Die Aktion Selbstbesteuerung ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Unsere Mitglieder bezahlen eine freiwillige "Entwicklungssteuer" von 2 bis 3 % des Einkommens für entwicklungspolitische Arbeit. Auf den zweimal jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen entscheiden wir basisdemokratisch, welche konkreten Projekte wir fördern wollen. Wir fördern Inlandsprojekte, die über die bei uns liegenden Ursachen für die weltweite Armut aufklären und kleine Selbsthilfeprojekte im Ausland.

    Beispiele für Auslands- und Inlandsprojekte aus der letzten Zeit:

    Unterstützung indigener Gemeinschaften in Chiapas
    Indigenas beim Brotbacken

Frauen aus Chiapas (Südmexiko) beim Brotbacken

    In Chiapas (Südmexiko) unterstützen wir seit Längerem die Nichtregierungsgruppe "Madre Tierra de Mexico A.C.". Madre Tierra hilft indianischen Gemeinschaften in Chiapas und im benachbarten Guatemala bei der Verteidigung eines selbstbestimmten Lebens. Mexikos Regierung setzt auf "Entwicklung durch Modernisierung". Dafür braucht sie möglichst hohe Deviseneinnahmen durch Exporte. Land, das die indianischen Gemeinschaften als Gemeinschaftseigentum bewirtschaften, um davon ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, wird enteignet, damit darauf Monokulturen für den Export entstehen können. Oder man verkauft es an ausländische Konzerne, die die Bodenschätze abbauen oder Plantagen für die Gewinnung von Agro-Sprit anlegen.

    Madre Tierra setzt, anders als die mexikanische Regierung, vor allem auf "Ernährungs-Souveränität". Deshalb gibt es z.B. Demonstrationsanlagen für "Permakultur", die zeigen, wie mit den vorhandenen Ressourcen mehr Nahrungsmittel erwirtschaftet werden können. Bei einem (privat finanzierten) Besuch in Mexiko, konnten sich zwei asb-Mitglieder persönlich vom Erfolg dieser Anlagen überzeugen.

    Außerdem unterstützten wir eine PC-Schulung für Promotor_innen, damit die Indigenen das Internet nutzen können, um sich ausreichend zu informieren, Menschenrechtsverletzungen durch die Regierung öffentlich zu dokumentieren und untereinander besser vernetzt zu sein oder die Unterstützung einer Kampagne gegen den Konzern Monsanto, der die schlechte Umweltgetzgebung Mexikos ausnützt, um giftige Abfälle einfach in die Flüsse und Seen zu "entsorgen".


    Solidaritäts-Kampagne für die Opfer von Bhopal

    Die Coordination gegen Bayer Gefahren startete 2015 eine Kampagne in Deutschland und auch international, um darauf hinzuweisen, dass die Opfer der Giftgaskatastrophe in Bhopal bis heute nicht entschädigt und die wirklich Verantwortlichen bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Lediglich acht leitende Angestellte der Betreiberfirma UCIL wurden am 7. Juni 2010 - mehr als 25 Jahre nach dem Unglück - von einem indischen Gericht der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden und zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 1.800 Euro verurteilt. Die asb unterstützte diese Kampagne mit 1.500,- €.



    Am 3. Dezember 1984 fand in Bhopal/Indien die größte Chemiekatastrophe in der bisherigen Geschichte der Menschheit statt. Innerhalb weniger Stunden kamen aufgrund eines Austritts hochgiftigen METHYLISOCYANAT-Gases in der Pestizid-Produktion des US-Multis UNION CARBIDE ca. 2.000 Menschen unmittelbar ums Leben, die Zahl der Menschen, die in den Folgejahren gesundheitlich geschädigt wurden, wird inzwischen auf rund eine halbe Million geschätzt. Auch 30 Jahre nach dem Giftgasunfall ist die Situation in Bhopal nach wie vor katastrophal: Die Überlebenden erhalten keine medizinische Betreuung, es kommt täglich zu neuen Vergiftungsfällen, da das Gelände niemals dekontaminiert wurde, aber trotzdem frei zugänglich ist und z.B. als Weide genutzt wird. Auch das Grundwasser rund um die Fabrik ist über mehrere Quadratkilometer verseucht. Zudem gab es für die Angehörigen der Toten keine oder nur winzige Entschädigungen.

    Die Coordination gegen Bayer Gefahren fühlt sich für die Bhopal-Opfer zuständig, weil der Bayer Konzern im Jahr 2002 von der Union Carbide in Institute in West Virginia eine "Schwester-Fabrik" des Werks in Bhopal übernommen hat, in der - trotz der Katastrophe von Bhopal - weiter die Chemikalie Methyl Isocyanat (MIC) eingesetzt wurde.

    Im Jahr 2008 kam es dann in Institute ebenfalls zu einem Unfall mit MIC, der allerdings dank günstiger Zufälle nicht ganz so verheerende Folgen für die Bevölkerung hatte wie in Indien. Trotzdem wurde BAYER CropScience in den USA - anders als Union Carbide in Indien - zu einer Strafe von 5,6 Millionen Dollar verurteilt.

    In der Solidaritätskampagne geht es um den Kampf für Entschädigungen und die Verurteilung der Verantwortlichen. In den Gesamtkosten der Kampagne ist auch eine Spende an die indische Gruppe "Bhopal Medical Appeal" enthalten, die in Bhopal eine Klinik betreibt.










    Bhopal
    Das verlassene Gelände der Union-Carbide-Fabrik in Bhopal
    aufgenommen im Jahr 2015